Radschnellverbindungen im Kreis Groß-Gerau

Radschnellverbindungen leisten einen wesentlichen Beitrag, um die Attraktivität des Fahrrads im Alltagsverkehr auch über längere Distanzen durch eine Verkürzung der Reisezeit zu erhöhen. Durch hohe Qualitätsstandards lassen sich solche Strecken zügig und sicher zurücklegen. Radschnellverbindungen sind umwegearm und weitgehend bevorrechtigt an Kreuzungen, zügig befahrbar durch entsprechende Breiten, großzügige Kurvenradien und Sichtfreiheit und brauchen eine Einbettung in ein gutes Radnetz, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Übersicht der zu untersuchenden Korridore im Kreis Groß-Gerau [Eigene Darstellung] Hintergrund: BKG (2019)

Übersicht der zu untersuchenden Korridore im Kreis Groß-Gerau [Eigene Darstellung] Hintergrund: BKG (2019)


Eine wichtige Rolle spielen Radschnellverbindungen im Alltagsradverkehr zwischen den Orten mit großer Verkehrsbedeutung und somit dort, wo ein besonders hohes Potenzial zu erwarten ist. Verlagerungen zugunsten des Radverkehrs können dazu beitragen, stark belastete Straßen- und / oder ÖPNV-Verbindungen zu entlasten. Damit verbunden ist eine Entlastung der Umwelt (Lärm- und Schadstoffbelastung, Klimaschutz).

Das Land Hessen hat zur Unterstützung der Kommunen in den Jahren 2018 und 2019 mit dem Projekt „Radschnellverbindungen in Hessen: Qualitätsstandards, Nachfragepotenzial und Korridoranalyse“ wesentliche Grundlagen für die Planung von Radschnellverbindungen bereitgestellt.

Die Korridore Frankfurt Flughafen – Groß-Gerau, Kelsterbach/Frankfurt – Mainz und Darmstadt – Rüsselsheim am Main wurden in der landesweiten Potenzialanalyse als potenzielle Radschnellverbindungen/Raddirektverbindungen identifiziert, die zu einem Großteil durch den Kreis Groß-Gerau verlaufen. Die im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung zu identifizierenden Streckenvarianten liegen in den Gesamtkorridoren Frankfurt-Groß-Gerau, Darmstadt-Rüsselsheim und Frankfurt-Mainz. Berechnungen haben Potenziale zwischen 1.200 und 1.600 Radpendelnden pro Tag ergeben.

Die zu erarbeitenden Machbarkeitsuntersuchungen sollen die zwischen 17 und 24 km langen Korridore betrachten und aufzeigen, inwieweit die Umsetzung von Radschnell-/Raddirektverbindungen zu realisieren ist.
Gemeinsam mit dem Planungsbüro RV-K (https://www.radverkehr-konzept.de) erarbeiten wir folgende Leistungsbestandteile:

  1. die Ermittlung und vergleichende Analyse von Streckenvarianten im Korridor
  2. die Herausarbeitung und gutachterliche Empfehlung einer Streckenführung (ggf. mit Abschnittsvarianten)
  3. die Konkretisierung der erforderlichen Maßnahmen entlang der Strecke und an Knotenpunkten
  4. eine Nutzen-Kosten-Analyse
  5. einen Überblick über erforderliche Schritte zur Realisierung

Für die Studie wurden bereits im letzten Jahr Fördermittel beim Land Hessen beantragt und Anfang des Jahres bewilligt. Die Förderquote beträgt etwa 50 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie sollen im Sommer 2021 vorliegen.

Der Projektstart erfolgte am 21.08.2020 durch eine Auftaktveranstaltung der Projektsteuerungsgruppe (Kommunen/ lokale Akteure) im Georg-Büchner-Saal des Kreisausschusses des Kreises Groß-Gerau.

Informationen und Ergebnisse des Projekts werden im Zuge de Bearbeitung kontinuierlich auf der Projekthomepage (https://www.schneller-radfahren-kreisgg.de/) veröffentlicht.